Dienstag, 3. August 2010

Steffen Bärtl - Der Sturm der Orients

Tatsachen, Fiktion und Realität sind in diesem Buch vorpro-grammiert und spiegeln in diesem Werk wieder, was tatsächlich geschehen ist oder geschehen würde. Meiner Meinung nach sind Fiktion und Realität kaum zu unterscheiden.

Worum geht es in dem Buch – Der Sturm des Orients – von Steffen Bärtl? Um einen Politthriller der ganz besonderen Art.

Europa im Visier von politischen Verwicklungen, Geheimdiens-Operationen, Selbstmord-Attentäter, Agenten, Diplomaten und Personen, die ihr Leben dafür geben, um den Frieden in Europa zu wahren, Krieg zu vermeiden.

Angst, die bei den meisten Beteiligten mitspielt oder die Leben, die geopfert werden um Europa anzugreifen. Doch es gibt einen, Andrè Hartmann, deutscher Diplomat in Washington D. C., der im Hintergrund die einzelnen Behörden und Organisationen unterstützen und zusammen bringen soll. Ein Mann, der dafür die nötige Er- fahrung mitbringt, auf dessen Verschwiegenheit Verlass ist.

Doch dieses Mal geht es auch um Entführung, Mord, Folter und all die anderen Aktivitäten, die viele Menschen das Leben kosten. Andrè Hartmann, der trotz privater Schicksalschläge die Sache in den Griff bekommt, auch unter schwierigsten Umständen.

Es ist faszinierend, Einblicke in Geheimdienst-Operationen wie auch in die Gedankengänge von Folterern und Gefolterten zu bekommen. Die Vorstellungskraft eines einzelnen Menschen ist garantiert nicht so groß, wie die Erfahrung, die man daraus schöpfen kann.

Steffen Bärtl hat mit diesem Politthriller eine Gute Mischung aus Fiktion und Realität geschaffen, wie es kaum besser sein konnte und dabei die Spannung noch gesteigert, sodass dieses Buch keine Langeweile aufkommen lies.

Ich bin begeistert und kann das Buch von Steffen Bärtl – Der Sturm des Orients – nur sehr empfehlen.

Das Buch von Steffen Bärtl ist im Projekte Verlag zu finden. Der Link zum Verlag ist in meiner Linkliste zu finden.

Montag, 12. Juli 2010

Hanna Winter - Die Spur der Kinder

Hanna Winter – Die Spur der Kinder – Thriller – Vox Top-Thriller

Hanna Winter hat hier einen Thriller geschrieben, der von Anfang bis Ende so spannend ist, dass ich mehrmals vor soviel Grausamkeiten das Buch weglegen musste. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob dieser Thriller, der wirklich ein Top-Thriller ist, aus eigener Erfahrung zu Papier gebracht wurde oder ob die Inspiration und Vorstellungskraft dazu geführt hat. Selbst das Cover, eindrucksvoll gestaltet, lässt den Gedanken zu, dass düstere Gedanken eine große Rolle gespielt haben müssen.

Weisse Lilien, Rasierklingen, Kinder die immer wieder verschwinden und nicht mehr auftauchen, Geheimnisse, Erpressungen, Menschen die einfach verschwinden, nur weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Harmlose Angler, die mit diesen grausamen Taten in Berührung kommen,. Ein alter Mann aus dem Seniorenheim, der verbotenerweise Bonbons an die Kita-Kinder verteilt, ein weisser Lieferwagen, der immer ins Fadenkreuz der Ermittlungen führt.

Eine Polizeibeamtin, die alles falsch macht, was es falsch zu machen gibt, die falschen Leute verdächtigt, dafür sorgt, dass ihr Kollege suspendiert wird und das alles nur, um eine Beförderung zu bekommen. So können die richtigen Schuldigen lange Zeit nicht gefasst werden. Und Fiona Seeberg, die zum Schluss erfahren muss, was wirklich mit ihrer Tochter passiert ist.

Wunderbar, für mich als Krimi- und Thriller-Fan genial. Für diesen Thriller, von Vox als Top-Thriller bezeichnet, muss Hanna Winter nicht nur auf die Bestenliste nein, ihr gebürt auf jeden Fall ein Buchpreis. Wenn ich einen vergeben dürfte, sie würde einen Preis von mir erhalten.

Einfach top.

Für alle die jetzt Lust haben, einmal in die Leseprobe zu schauen, findet diese auf der Seite von http://www.vorablesen.de/. Herausgegeben wurde dieser Top-Thriller beim Ullstein-Taschenbuch-Verlag. Dort finden sich auch weitere Informationen zur Schriftstellerin Hanna Winter.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Wiebke Lorenz - Allerliebste Schwester

Allerliebste Schwester von Wiebke Lorenz.

Ein wunderbarer Roman über das Leben und die Liebe von Zwillingsschwestern, das dramatischer nicht sein konnte.

Anfang - Seite 56

Eine junge Frau, Eva, steht gedankenverloren am Fenster, lässt alles Revue passieren. Sie denkt an den März, als sie noch schwanger war, bevor sie ihren Sohn Lukas verlor, wie es früher war. An ihre Schwester Marlene, die vor fast genau 3 Jahren Selbstmord auf dem Bahnsteig der U3 der Hoheluftbrücke begangen haben soll. Marlene, die vor ihr mit Tobias verheiratet war und den sie knapp 1 Jahr nach dem Tod von Marlene geheiratet hat.

Eva, sie lag zum gleichen Zeitpunkt mal wieder mit irgendeinem fremden Mann im Bett und hörte nicht, dass Marlene noch in dieser Nacht mit ihr sprechen wollte. Ihr Handy war aus. Tobias, der angeblich geschlafen haben soll, nichts mitbekommen haben will.

Dazu noch die übertriebene Fürsorge und die Fragen von Tobias, die sie als Bevormundung sieht, weil sie das Gefühl hat sich rechtfertigen zu müssen, der sogar die Polizei rufen will, nur weil sie mal kurz weggeht, heimlich raucht und 2 Kreuze tätowieren lässt und er nicht weiss, wo sie ist. Worüber sie nicht reden kann oder will ist, dass ihr Marlene immer wieder erscheint und mit ihr redet. Gibt es das? Oder ist es Einbildung?

Was ist mit Eva, kommt sie irgendwann zur Ruhe? Ist das mit Marlene, dem Tod ihres Sohnes und ihr Leben eine einzige Farce? Wird sie jemals wieder lachen und unbeschwert sein können?

57 – 112

Weihnachten, ein Fest der Familie, für Eva ein einfaches Muss. Eltern und Schwiegereltern zu Besuch, die über alles reden, nur nicht über Lukas ihren Sohn, wie es ihr geht. Nur dass sie zu dünn geworden wäre. Eva lauscht und geht irgenwann eine Zigarette aus ihrer Jacke holen, obwohl sie eigentlich aufgehört hatte zu rauchen. Sie lacht und lacht und zieht die Tischdecke vom Tisch, lacht immer weiter. Tobias der sie am Arm packt und mit roher Gewalt ins Bett bringen will, ihr die Zigaretten verbietend.

Bevormundet von ihrem Mann, der ihr unterstellt, ein wenig verwirrt zu sein, die Mutter, die entsetzt fragt, was denn mit ihr los sei, der Schwiegervater, der ihr ein Beruhigungsmittel geben will. Der Schwiegervater, ausgerechnet Chefarzt der Neurologie des Universitäts-klinikums, und von Tobias verlangt, er solle für seine Frau entscheiden.

Was wollen eigentlich alle von ihr? Was haben der Schwiegervater und Tobias für ein Geheimnis? Jedenfalls denkt Eva dies. Jedenfalls muss sie alles versuchen um nicht in einer Besserungsanstalt zu landen. Sie versucht ruhiger zu werden und schafft das auch. Tobias, der sogar solange bei ihr im Schlafzimmer um genau festzustellen, dass sie auch brav ins Bett geht. Doch sobald sie alleine ist, denkt sie über das Buch des Fremden nach, von Simon, bei dem sie ein Gefühl erlebte, dass sie früher einmal empfand. Wer ist dieser Simon, der Marlene kannte, sie mit ihr verwechselte und das Buch mit der Handynummer an sie gab.

Sie schickt diesem Mann für ein Treffen eine SMS und schafft es auch, ihren Kontrollfreak von Mann zu täuschen. Sie trifft sich heimlich mit Simon. Dann ist da noch der Geburtstag ihrer Mutter in ihrem Heimatort, sie will nicht hin und fährt doch. Sie will sich hinlegen, doch überall begegnet ihr Marlene, die Erinnerungen an sich und ihre Schwester, wie es früher einmal war. Was kann eine Frau noch alles verkraften?

163 – 210

Eine Frau wie Eva, die körperlich nicht mehr ist wie früher, von ihrem Mann bevormundet, dem sie immer wieder Rechenschaft ablegen soll, der ein richtiger Kontrollfreak ist und mit Hilfe seines Vaters eine durchgeknallte Aktion von Eva nutzt, um sie in eine Klinik einweisen zu lassen, nachdem sie mit Gabriele der Buchhändlerin, bei der sie arbeitet, ein Wochenende erschwindelt und bei Simon landet, mit dem sie über Marlene, deren Beziehung zu Simon redet.

Doch Tobias kommt dahinter und wartet auf seine Frau. Er schlägt sie, doch diesmal wehrt sie sich. Wieder ist Marlene da und gibt ihr Anweisungen. Sie nimmt den Golfschläger und schlägt alles kurz und klein und landet in der Klinik, aus der der Schwiegervater und Tobias sie wieder abholen, obwohl sie die Möglichkeit hat auch dort zu bleiben. Aber sie geht mit und wird unter Zwang vom Schwiegervater und ihres Mannes mit Tabletten vollgestopft.

Was soll eine Frau eigentlich noch ertragen, die früher einmal ein lebenslustiger Mensch war, ganz anders als ihre Schwester. Aber immer wieder Marlene, die mit ihr spricht, obwohl sie tod ist. Was ist das? Wieso ist das?

211 – Ende

Eigentlich ist die Beziehung zu Tobias wieder einigermaßen in Ordnung, doch dann bemerkt Eva, das sie schwanger ist und Kind garantiert nicht von Tobias sein kann. Sie setzt heimlich die Pillen ab, ist etwas fülliger geworden, steht ihr gut. Und nach 3 Wochen der Heimlichkeiten mit den Pillen wartet sie bis Tobias mal wieder eine Wochendschicht in seiner Firma macht. Dann geht sie plötzlich zu Simon, obwohl es ihr Angst macht. Tobias hatte die Telefonnummer gefunden und nach seiner Frau gefragt. Das hatte sie Simon verheimlicht. Wie wird er reagieren? Aber sie geht trotz aller bedenken zu ihm.

Simon und Eva sprechen miteinander und Eva erfährt einiges von Simon, dass ihr nicht richtig erscheint. Aber Marlene ist diesmal nicht da, sie ist schon lange nicht mehr da. Eva ist erschüttert als sie die ganze Wahrheit hört und auch als sie erfährt, dass Marlene sich von Tobias trennen wollte. Wieso? Tobias hat nur gesagt, er hätte geschlafen zum Zeitpunkt des Todes von Marlene. Sie geht und fährt mit ihrem Auto, das sie auch von Marlene übernommen hat, genauso wie den Ehemann, ihren Job, ihr Leben. Sie will nach München und alles hinter sich lassen, überlegt aber kurz, ob sie Tobias zur Rede stellen soll. Doch Eva fährt weg, alles hinter sich lassend. Ich würde dies auch so machen, denn das was Eva alles durchleben musste, ist für keinen Menschen zu ertragen.

Nun verstehe ich auch den Vers von Antoine De Saint-Exupéry, der am Anfang des Buches zu lesen war.

Und wenn du dich getröstet hast (man tröstet sich immer),
wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.


Epilog

Am Ende spricht Marlene, die ihrer Schwester in Kindertagen immer vorgelesen oder mit Eva gespielt hat, die immer besser behandelt wurde als Eva, die vom Vater verprügelt wurde, vor dem sie immer wegliefen. Marlene als Schutz für ihre Schwester, für die sie überwiegend da war, vor Tobias weggelaufen, weil sie mitbekam, das Tobias eine Affäre mit ihrer eigenen Schwester hatte, vor Simon, der sie nicht mit nach Chicago mitnehmen wollte, weil ihm eine einzige Nacht nicht ausreichte um eine Beziehung einzugehen mit Marlene, die er nicht liebte. Als sie in der Nacht ihres Todes noch versuchte, Eva anzurufen und von Tobias, der ihr gefolgt war und sie von der Brücke stürzte anstatt wie behauptet im Bett gelegen und nichts mitbekommen zu haben.

Wiebke Lorenz hat einen wahrhaft schönen Roman über alle Widrigkeiten zu Papier gebracht, der mich wirklich überraschte. Ein wunderbarer Roman.

Samstag, 19. Juni 2010

Gabriela Galvani - Die Hüterin des Evangeliums - Meine erste Leserunde


Meine erste Leserunde, die ich miterleben durfte.
1. Abschnitt - Prolog - Seite 93, Ende Kapitel 11

Nicht unbedingt ein großer Fan von historischen Romanen muss ich hier sagen, dass der Inhalt des Prologes mich schon richtig fasziniert hat, wobei mir das Cover schon sehr gefallen hat. Der Geschichte passend angedacht.


Ein Bettelmönch, der seinem Glauben und 12 Jahre seines Lebens in einem Kloster abspricht, um heimlich von einem Novizen bis zum Tor gebracht wird, nachdem er gezwungen war, seinem Frater gegenüber – revoco (ich widerrufe) – zuzurufen. Revoco, das soll noch zu einer Bedeutung werden, genauso wie sein neuer Name. Fortan nennt er sich Martin Luther. Dr. der Theologie aus Wittenberg, der in der weiteren Erzählung immer wieder auftaucht.

In der eigentlichen Erzählung geht es um eine junge Frau, Christine Meitinger. Eine Frau, die diplomatisch genug ist, nicht mehr von sich preiszugeben als nötig und im Verborgenen trotzallem für alle möglichen Dinge interessierte, die einer Frau nicht geziemten. Als 2. Ehefrau eines Verlegers, wesentlich älter als sie selbst und dessen Vater kein gutes Haar an ihr lässt, hat sie doch Träume, hemmungslose Träume von einem Dichter namens Georg Imhoff, mit dem es eine gewollte oder ungewollte Zusammenkunft gibt. Auch hilft sie ihrer mittellosen Cousine Martha und ihrer Familie. Ihrem Mann Sebastian und dem kranken Kind Johannes. Doch Sebastian stirbt, holt sie die verbliebene Familie ihrer Cousine zu sich und versucht so noch, an die geheimen Notizen ihres verstorbenen Vetters, leider Gottes ein Protestant in den Augen aller Katholiken, zu kommen. Eine Frau, die sich vermutlich durchsetzt und ihren eigenen Weg geht, ohne zuviel von sich oder ihrem Wissen preiszugeben.

2. Abschnitt - Seite 94 - 176 - Ende Kapitel 22

Niemand weiss, was mit Christiane Meitinger passiert ist, sie selbst am allerwenigsten. Aus Angst erählte sie niemandem davon. Was würde auch mit ihr geschehen, falls irgendjemand etwas erfahren sollte. Severin, ihr Mann benimmt sich sonderbar. Weiß er etwas, ahnt er etwas?

Was geschieht mit dieser Christiane Meitinger noch? Ihr bester Freund und Mentor, Ehemann ihrer besten Freundin stirbt. Wer ist da? Pater Ehlert, Exorzist, Katholik. Was Georg Imhoff in der Wohnung Rehms gesucht hat, weiss sie auch nicht. Dann stirbt ihr Mann durch die Hand eines Mörders. Wer ist auch bei Ihrem Mann? Pater Ehlert. Severin Meitinger, ihr Mann war Druckermeister und der Verdacht kommt auf, er wäre ein Fälscher. Sie muss dafür sorgen, dass dies nicht die Runde macht. Ihre Cousine Martha stirbt nachdem sie eine Fehlgeburt hatte und hinterlässt Christiane Meitinger ihren kleinen Sohn Johannes. Ihr Schwiegervater lässt kein gutes Haar an ihr und verschwindet. Sie findet dabei noch Schriften in einem Fass im Weinkeller ihres verstorbenen Ehemannes und kann und darf mit niemandem darüber reden. Immer bedacht, den Ruf ihres Mannes zu wahren. Was kann eine Frau eigentlich ertragen?

Im Jahre 1555 durfte eine Frau nicht denken, nur funktionieren. Alles andere wäre tödlich, würde zur Inquisition gereichen. Trotzdem lässt sich Christiane Meitinger nicht so einfach davon abhalten, ihre Intelligenz richtig einzusetzen, ohne in Gefahr zu geraten.

3. Abschnitt - Seite 176 - 260

Christiane Meitinger organisiert die Beerdigung ihres Mannes. Sie hatte zwar noch etwas damit gewartet, weil ihr Schwiegervater verschwunden war aber nun ging es nicht mehr anders. Sie musste ihn beerdigen. Gäste auf der Beerdigungen waren Conrad von Hallersleben, Wolfgang Delius und Bernhard Ditmold. Doch was Christiane zu denken gibt ist, dass sogar Georg Imhoff und auch Pater Ehlert schon wieder da waren. Pater Ehlert ist für Christiane nicht einschaubar und von Georg Imhoff erfährt sie durch Zufall, als sie ihren Vater auf die ganzen Angelegenheiten anspricht, der ihrer Meinung nach mehr über die Fälschungen weiss, dass Imhoff sich in früherer Zeit mit Syphillis ansteckte. Nur weiss sie nicht, was im Hause Rehm geschah. Sie war ja bewusstlos.

Pater Ehlert sagt ihr, dass ja richtige Schätze in ihrem Keller lagern würden. Was weiss Ehlert und was haben Ehlert, Imhoff und ihr Vater, der Brunnenmeister Hans Walser damit zu tun. Wieso sind ihr Schwiegervater und auch der Lehrling verschwunden. Nur Karl der Gehilfe ist noch da. Was weiss Karl? Doch plötzlich taucht ihr Schwiegervater auf und beschuldigt sie Severin Meitinger ermordet zu haben. Wieso? Was will er ihr damit sagen. Sie muss unbedingt wissen, was es mit den Schriftstücken in ihrem Keller auf sich hat. Es besteht der Verdacht, dass Sebastian Rehm der Verfasser und Severin Meitinger der Druckerverleger war. Wahrscheinlich hat Meitinger einen Probedruck gemacht und es kam vielleicht zufällig in die Hände von Conrad von Hallersleben. Doch der will erst mehr wissen, bevor er den Rat informiert. Christiane steht unter Druck. Doch sie will nachsehen, wenn sie die Möglichkeit bekommt. Wie kommt sonst das Siegel Meitingers auf die Fälschung? Und immer dieses Wort – Revoco.

Dabei bemerkt sie nicht, dass Wolfgang Delius sich von ihr mehr erhofft. Eigentlich wollte Delius ja seine Schwägerin Amelie heiraten, hat aber Amelie noch nichts gesagt und will ihr einen Brief schreiben. Selbst sein Freund meint, er solle sich überlegen, ob er wirklich Amelie heiraten wolle. Doch bekommt Delius, der darauf pocht, seine Schwägerin zu heiraten, den Brief an Amelie noch zusammen?

4. Abschnitt - Seite 260 - 339

Eine Frau in der damaligen Zeit hatte es nicht einfach. Christiane Meitinger muss sich nicht nur um ihre Cousine und den kleinen Johannes kümmern nein, der Schwäher, ihr Schwiegervater ist verschwunden, um die Druckerrei und die Fälschungsvorwürfe müssen auch noch versorgt sein. Dazu kommt, dass Christiane sich nicht verraten und auf keinen Fall auch noch über die versteckten Pamplete kümmern muss, die in ihrem Weinkeller versteckt sind. Mit wem soll sie auch darüber reden, ohne ihren verstorbenen Mann oder den verstorbenen Sebastian Rehm zu belasten. Und sie grübelt darüber nach, ob Georg Imhoff sie mit der Syphillis angesteckt hat.

Sonderbar ist, dass innerhalb kurzer Zeit nicht nur Sebastian Rehm und ihr Mann Severin ermordet wurden. Dies erzählte Wolfgang Delius, Verleger aus Augsburg, dem Sebastian Rehm mehrere Briefe schrieb. Sebastian Rehm ist vergiftet worden und Martha ist darüber so verzweifelt, dass sie auch noch stirbt. Somit hat Christiane Meitinger 3 Menschen innerhalb kurzer Zeit verloren, dass sie nicht mehr weiss, wo ihr der Kopf steht. Nicht einfach, für eine Frau. Dann erfahrt sie zwar dass sie, als Witwe von Meitinger, alles erbt aber auch, dass der Meitinger Hof und die Druckerrei sehr hoch verschuldet ist. Und dann verschwindet auch noch der Lehrling Anton Schober ganz plötzlich. Niemand weiss wo er ist, bis man ihn auch ermordet findet. Musste Anton Schober sterben, weil er von den Fälschungen wusste? Und immer wieder das Wort „Revovo“. Anton hatte eine Bausteine mit den Buchstaben „R“ „O“ „V“ „E“ bei sich, was zusammen gesetzt auch wieder das Wort „Revoco“ ergibt. Was hat es damit auf sich?

Dann muss sie erfahren, dass die Eltern von Anton Schober von Conrad von Hallersleben, der Polizei verraten wurden und bei Ihnen ein ein Buch der Schweitzer Brüder gefunden wurden. Von Hallerslbeben bekam eine Fälschung der Martin Luther-Schriften, und erkannte sofort, dass dies eine Fälschung sein musste. Wolfgang Delius und Bernhard Dittmold, 2 Freunde wollen auch herausfinden, was es mit den Fälschungen auf sich hat und Delius kommt der Gedanke, sie könnten sich im Keller der Meitinger befinden. Doch Christiane will sich Zeit damit lassen. Dann stirbt auch noch Martha und irgendjemand bricht auf dem Meitinger Hof ein. Dann taucht der Schwiegervater Titus Meitinger wieder auf und beschuldigt sie noch, seinen Sohn Severin getötet zu haben. Sie muss sich auch noch um den kleinen Johannes, den Sohn von Martha kümmern, der jetzt niemanden mehr hat. Und die Angst, alleine mit einem angenommenen Kind in ein Armenhaus oder in ein Kloster gesteckt zu werden. Was kann es schlimmeres geben.

Sie muss auch mit ihrem Vater und Titus reden. Ihr Vater scheint mehr zu wissen und was hat es mit dem weißen Mantel – die Mozetta eines Priesters und deren Schmuck, einer Jocobsmuschel auf sich. Wieso sind Georg Imhoff und Pater Ehlert immer in den unmöglichsten Momenten auf sich. Wolfgang Delius, über ihn denkt sie auch nach.

Nicht wirklich das ruhige Leben einer Frau in früherer Zeit, immer auf der Hut zu sein, nicht der Inquisition übergeben zu werden, denn langsam fühlt sie sich verfolgt und hat Angst, als Hexe angeklagt und verbrannt oder von einem Exorzisten heimgesucht zu werden. Eine Frau, ganz allein mit ihren Gedanken und Befürchtungen. Angst um ihr eigenes Leben, denn es waren mittlerweile 4 Menschen tod. Vielleicht ist ja Christiane die nächste?

5. Abschnitt - Seite 339 - 385

Jetzt überschlugen sich die Ereignisse. Delius und Ditmold unterhielten sich im Gasthaus zu den drei Mohren über die ganzen Dinge, als plötzlich der alte Titus Meitinger zu Ihnen stößt. Er erzählt ihnen, dass er der Novize war, der vor über 40 Jahren dem Martin Luther zur Flucht verholfen hat. Den Bettelmönch von damals gab es nicht mehr, nur noch Martin Luther, Dr. der Theologie aus Wittenberg. Allen wird klar, dass die Christiane Meitinger wahscheinlich als nächste sterben soll. Denn die Mutter vom toten Lehrling Anton hat unter Folter zugegeben, dass der heimliche Leiter der Gruppe der Täufer niemand anderer wäre, als Georg Imhoff.

Christine Meitinger ist mit Georg Imhoff auf einem Reitausflug und dort zeigt er sein wahres Gesicht. Er will Christiane töten und betäubt sie mit Wein. Er jagd sie durch den Wald und erzählte ihr vorher noch, warum so viele Menschen sterben mussten. Christiane fällt vom Pferd und hört noch einen Schuss. Doch dann fällt sie in ein schwarzes Loch. Georg Imhoff wollte ihr noch den letzten Atemzug rauben, doch ein Schuss trifft ihn in den Bauch. Ein Schäfer kam noch Christiane zu Hilfe aber Imhoff konnte nicht mehr geholfen werden. Er starb ohne irgendeine Aussage. Wilderer hatten versehentlich kein Tier sondern Imhoff gefunden.

Aber trotzdem gibt es noch ein Happyend. Wolfgang Delius heiratet Christiane Meitinger und nimmt sie mit dem kleinen Johannes zu sich, nachdem Christiane Haus, Hof und Druckerei verkauft und damit die Schulden bezahlt hat und obwohl Amelie ihr nicht wohl gesonnen war erlebte sie, was es heisst geliebt zu werden. Wolfgang Delius zeigte ihr, dass man wirklich glücklich und auch klug sein konnte. Auch als Frau in der historischen Zeit von 1555.


Explicit


Die Recherche über die Stadt Augsburg und ihrer Geschichte finde ich sehr Beeindruckend un interessant. Durch die Erzählungen Gabriela Galvani`s wird man in den Sog der Geschichte hineingezogen und es fühlt sich so an, als wäre man ein Teil davon.

 
Glossar


Die Erklärungen zu den einzelnen Bedeutsamkeiten waren sehr hilfreich, da ich so Einblick in die Geschichte Augsburg`s kennenlernen, erleben und lieben durfte.