Samstag, 19. Juni 2010

Gabriela Galvani - Die Hüterin des Evangeliums - Meine erste Leserunde


Meine erste Leserunde, die ich miterleben durfte.
1. Abschnitt - Prolog - Seite 93, Ende Kapitel 11

Nicht unbedingt ein großer Fan von historischen Romanen muss ich hier sagen, dass der Inhalt des Prologes mich schon richtig fasziniert hat, wobei mir das Cover schon sehr gefallen hat. Der Geschichte passend angedacht.


Ein Bettelmönch, der seinem Glauben und 12 Jahre seines Lebens in einem Kloster abspricht, um heimlich von einem Novizen bis zum Tor gebracht wird, nachdem er gezwungen war, seinem Frater gegenüber – revoco (ich widerrufe) – zuzurufen. Revoco, das soll noch zu einer Bedeutung werden, genauso wie sein neuer Name. Fortan nennt er sich Martin Luther. Dr. der Theologie aus Wittenberg, der in der weiteren Erzählung immer wieder auftaucht.

In der eigentlichen Erzählung geht es um eine junge Frau, Christine Meitinger. Eine Frau, die diplomatisch genug ist, nicht mehr von sich preiszugeben als nötig und im Verborgenen trotzallem für alle möglichen Dinge interessierte, die einer Frau nicht geziemten. Als 2. Ehefrau eines Verlegers, wesentlich älter als sie selbst und dessen Vater kein gutes Haar an ihr lässt, hat sie doch Träume, hemmungslose Träume von einem Dichter namens Georg Imhoff, mit dem es eine gewollte oder ungewollte Zusammenkunft gibt. Auch hilft sie ihrer mittellosen Cousine Martha und ihrer Familie. Ihrem Mann Sebastian und dem kranken Kind Johannes. Doch Sebastian stirbt, holt sie die verbliebene Familie ihrer Cousine zu sich und versucht so noch, an die geheimen Notizen ihres verstorbenen Vetters, leider Gottes ein Protestant in den Augen aller Katholiken, zu kommen. Eine Frau, die sich vermutlich durchsetzt und ihren eigenen Weg geht, ohne zuviel von sich oder ihrem Wissen preiszugeben.

2. Abschnitt - Seite 94 - 176 - Ende Kapitel 22

Niemand weiss, was mit Christiane Meitinger passiert ist, sie selbst am allerwenigsten. Aus Angst erählte sie niemandem davon. Was würde auch mit ihr geschehen, falls irgendjemand etwas erfahren sollte. Severin, ihr Mann benimmt sich sonderbar. Weiß er etwas, ahnt er etwas?

Was geschieht mit dieser Christiane Meitinger noch? Ihr bester Freund und Mentor, Ehemann ihrer besten Freundin stirbt. Wer ist da? Pater Ehlert, Exorzist, Katholik. Was Georg Imhoff in der Wohnung Rehms gesucht hat, weiss sie auch nicht. Dann stirbt ihr Mann durch die Hand eines Mörders. Wer ist auch bei Ihrem Mann? Pater Ehlert. Severin Meitinger, ihr Mann war Druckermeister und der Verdacht kommt auf, er wäre ein Fälscher. Sie muss dafür sorgen, dass dies nicht die Runde macht. Ihre Cousine Martha stirbt nachdem sie eine Fehlgeburt hatte und hinterlässt Christiane Meitinger ihren kleinen Sohn Johannes. Ihr Schwiegervater lässt kein gutes Haar an ihr und verschwindet. Sie findet dabei noch Schriften in einem Fass im Weinkeller ihres verstorbenen Ehemannes und kann und darf mit niemandem darüber reden. Immer bedacht, den Ruf ihres Mannes zu wahren. Was kann eine Frau eigentlich ertragen?

Im Jahre 1555 durfte eine Frau nicht denken, nur funktionieren. Alles andere wäre tödlich, würde zur Inquisition gereichen. Trotzdem lässt sich Christiane Meitinger nicht so einfach davon abhalten, ihre Intelligenz richtig einzusetzen, ohne in Gefahr zu geraten.

3. Abschnitt - Seite 176 - 260

Christiane Meitinger organisiert die Beerdigung ihres Mannes. Sie hatte zwar noch etwas damit gewartet, weil ihr Schwiegervater verschwunden war aber nun ging es nicht mehr anders. Sie musste ihn beerdigen. Gäste auf der Beerdigungen waren Conrad von Hallersleben, Wolfgang Delius und Bernhard Ditmold. Doch was Christiane zu denken gibt ist, dass sogar Georg Imhoff und auch Pater Ehlert schon wieder da waren. Pater Ehlert ist für Christiane nicht einschaubar und von Georg Imhoff erfährt sie durch Zufall, als sie ihren Vater auf die ganzen Angelegenheiten anspricht, der ihrer Meinung nach mehr über die Fälschungen weiss, dass Imhoff sich in früherer Zeit mit Syphillis ansteckte. Nur weiss sie nicht, was im Hause Rehm geschah. Sie war ja bewusstlos.

Pater Ehlert sagt ihr, dass ja richtige Schätze in ihrem Keller lagern würden. Was weiss Ehlert und was haben Ehlert, Imhoff und ihr Vater, der Brunnenmeister Hans Walser damit zu tun. Wieso sind ihr Schwiegervater und auch der Lehrling verschwunden. Nur Karl der Gehilfe ist noch da. Was weiss Karl? Doch plötzlich taucht ihr Schwiegervater auf und beschuldigt sie Severin Meitinger ermordet zu haben. Wieso? Was will er ihr damit sagen. Sie muss unbedingt wissen, was es mit den Schriftstücken in ihrem Keller auf sich hat. Es besteht der Verdacht, dass Sebastian Rehm der Verfasser und Severin Meitinger der Druckerverleger war. Wahrscheinlich hat Meitinger einen Probedruck gemacht und es kam vielleicht zufällig in die Hände von Conrad von Hallersleben. Doch der will erst mehr wissen, bevor er den Rat informiert. Christiane steht unter Druck. Doch sie will nachsehen, wenn sie die Möglichkeit bekommt. Wie kommt sonst das Siegel Meitingers auf die Fälschung? Und immer dieses Wort – Revoco.

Dabei bemerkt sie nicht, dass Wolfgang Delius sich von ihr mehr erhofft. Eigentlich wollte Delius ja seine Schwägerin Amelie heiraten, hat aber Amelie noch nichts gesagt und will ihr einen Brief schreiben. Selbst sein Freund meint, er solle sich überlegen, ob er wirklich Amelie heiraten wolle. Doch bekommt Delius, der darauf pocht, seine Schwägerin zu heiraten, den Brief an Amelie noch zusammen?

4. Abschnitt - Seite 260 - 339

Eine Frau in der damaligen Zeit hatte es nicht einfach. Christiane Meitinger muss sich nicht nur um ihre Cousine und den kleinen Johannes kümmern nein, der Schwäher, ihr Schwiegervater ist verschwunden, um die Druckerrei und die Fälschungsvorwürfe müssen auch noch versorgt sein. Dazu kommt, dass Christiane sich nicht verraten und auf keinen Fall auch noch über die versteckten Pamplete kümmern muss, die in ihrem Weinkeller versteckt sind. Mit wem soll sie auch darüber reden, ohne ihren verstorbenen Mann oder den verstorbenen Sebastian Rehm zu belasten. Und sie grübelt darüber nach, ob Georg Imhoff sie mit der Syphillis angesteckt hat.

Sonderbar ist, dass innerhalb kurzer Zeit nicht nur Sebastian Rehm und ihr Mann Severin ermordet wurden. Dies erzählte Wolfgang Delius, Verleger aus Augsburg, dem Sebastian Rehm mehrere Briefe schrieb. Sebastian Rehm ist vergiftet worden und Martha ist darüber so verzweifelt, dass sie auch noch stirbt. Somit hat Christiane Meitinger 3 Menschen innerhalb kurzer Zeit verloren, dass sie nicht mehr weiss, wo ihr der Kopf steht. Nicht einfach, für eine Frau. Dann erfahrt sie zwar dass sie, als Witwe von Meitinger, alles erbt aber auch, dass der Meitinger Hof und die Druckerrei sehr hoch verschuldet ist. Und dann verschwindet auch noch der Lehrling Anton Schober ganz plötzlich. Niemand weiss wo er ist, bis man ihn auch ermordet findet. Musste Anton Schober sterben, weil er von den Fälschungen wusste? Und immer wieder das Wort „Revovo“. Anton hatte eine Bausteine mit den Buchstaben „R“ „O“ „V“ „E“ bei sich, was zusammen gesetzt auch wieder das Wort „Revoco“ ergibt. Was hat es damit auf sich?

Dann muss sie erfahren, dass die Eltern von Anton Schober von Conrad von Hallersleben, der Polizei verraten wurden und bei Ihnen ein ein Buch der Schweitzer Brüder gefunden wurden. Von Hallerslbeben bekam eine Fälschung der Martin Luther-Schriften, und erkannte sofort, dass dies eine Fälschung sein musste. Wolfgang Delius und Bernhard Dittmold, 2 Freunde wollen auch herausfinden, was es mit den Fälschungen auf sich hat und Delius kommt der Gedanke, sie könnten sich im Keller der Meitinger befinden. Doch Christiane will sich Zeit damit lassen. Dann stirbt auch noch Martha und irgendjemand bricht auf dem Meitinger Hof ein. Dann taucht der Schwiegervater Titus Meitinger wieder auf und beschuldigt sie noch, seinen Sohn Severin getötet zu haben. Sie muss sich auch noch um den kleinen Johannes, den Sohn von Martha kümmern, der jetzt niemanden mehr hat. Und die Angst, alleine mit einem angenommenen Kind in ein Armenhaus oder in ein Kloster gesteckt zu werden. Was kann es schlimmeres geben.

Sie muss auch mit ihrem Vater und Titus reden. Ihr Vater scheint mehr zu wissen und was hat es mit dem weißen Mantel – die Mozetta eines Priesters und deren Schmuck, einer Jocobsmuschel auf sich. Wieso sind Georg Imhoff und Pater Ehlert immer in den unmöglichsten Momenten auf sich. Wolfgang Delius, über ihn denkt sie auch nach.

Nicht wirklich das ruhige Leben einer Frau in früherer Zeit, immer auf der Hut zu sein, nicht der Inquisition übergeben zu werden, denn langsam fühlt sie sich verfolgt und hat Angst, als Hexe angeklagt und verbrannt oder von einem Exorzisten heimgesucht zu werden. Eine Frau, ganz allein mit ihren Gedanken und Befürchtungen. Angst um ihr eigenes Leben, denn es waren mittlerweile 4 Menschen tod. Vielleicht ist ja Christiane die nächste?

5. Abschnitt - Seite 339 - 385

Jetzt überschlugen sich die Ereignisse. Delius und Ditmold unterhielten sich im Gasthaus zu den drei Mohren über die ganzen Dinge, als plötzlich der alte Titus Meitinger zu Ihnen stößt. Er erzählt ihnen, dass er der Novize war, der vor über 40 Jahren dem Martin Luther zur Flucht verholfen hat. Den Bettelmönch von damals gab es nicht mehr, nur noch Martin Luther, Dr. der Theologie aus Wittenberg. Allen wird klar, dass die Christiane Meitinger wahscheinlich als nächste sterben soll. Denn die Mutter vom toten Lehrling Anton hat unter Folter zugegeben, dass der heimliche Leiter der Gruppe der Täufer niemand anderer wäre, als Georg Imhoff.

Christine Meitinger ist mit Georg Imhoff auf einem Reitausflug und dort zeigt er sein wahres Gesicht. Er will Christiane töten und betäubt sie mit Wein. Er jagd sie durch den Wald und erzählte ihr vorher noch, warum so viele Menschen sterben mussten. Christiane fällt vom Pferd und hört noch einen Schuss. Doch dann fällt sie in ein schwarzes Loch. Georg Imhoff wollte ihr noch den letzten Atemzug rauben, doch ein Schuss trifft ihn in den Bauch. Ein Schäfer kam noch Christiane zu Hilfe aber Imhoff konnte nicht mehr geholfen werden. Er starb ohne irgendeine Aussage. Wilderer hatten versehentlich kein Tier sondern Imhoff gefunden.

Aber trotzdem gibt es noch ein Happyend. Wolfgang Delius heiratet Christiane Meitinger und nimmt sie mit dem kleinen Johannes zu sich, nachdem Christiane Haus, Hof und Druckerei verkauft und damit die Schulden bezahlt hat und obwohl Amelie ihr nicht wohl gesonnen war erlebte sie, was es heisst geliebt zu werden. Wolfgang Delius zeigte ihr, dass man wirklich glücklich und auch klug sein konnte. Auch als Frau in der historischen Zeit von 1555.


Explicit


Die Recherche über die Stadt Augsburg und ihrer Geschichte finde ich sehr Beeindruckend un interessant. Durch die Erzählungen Gabriela Galvani`s wird man in den Sog der Geschichte hineingezogen und es fühlt sich so an, als wäre man ein Teil davon.

 
Glossar


Die Erklärungen zu den einzelnen Bedeutsamkeiten waren sehr hilfreich, da ich so Einblick in die Geschichte Augsburg`s kennenlernen, erleben und lieben durfte.